Ein Ausflug zur kunstvoll verzierten „Kathedrale der Berge“

In einer der größten Weinbauregionen Mallorcas rund um das idyllische Landstädtchen Petra, 50 Kilometer nördlich von Palma, wurden auf dem 317 Meter hohen Puig de Bonany die Wallfahrtskirche und das Kloster Santuari de Bonany (auch: Ermitade Nostra Senyora Bonany) erbaut. Wer den Aufstieg wie ein Pilger im Ort starten will, hat einen etwa vier Kilometer langen Fußmarsch durch ein duftendes Pinienwäldchen vor sich. Entlang des ausgeschilderten Pfades gibt es mehrere Feuerstellen, die zu einem Picknick einladen. Für alle, die lieber mit dem Mietauto anreisen, gibt es direkt vor dem Klostereingang einen Parkplatz. Es lohnt sich, früh am Morgen dort zu sein, denn dann kann man einen der traumhaften Sonnenaufgänge miterleben. Aber auch so hat man vom Puig de Bonany eine beeindruckende Aussicht bis zur Bucht von Alcúdia. In der Herberge des Klosters gibt es einfache Zimmer inklusive Badezimmer, Küche und Kamin, die für 12 Euro die Nacht gebucht werden können. Verpflegung gibt es keine, allerdings ist im Ort Petra das Restaurant El Cruze sehr zu empfehlen.

Ein Ort der Ruhe und Einkehr

Schon von der Ferne sieht man das mächtige Gotteshaus auf dem Gipfel des Puig de Bonany. Vor den reich verzierten Steinsäulen, die den Eingang zur Anlage bilden, wurde zu Ehren einer hier gefundenen Madonnenfigur mit Jesuskind ein riesiges steinernes Kreuz errichtet. Der Name „bon any“ bedeutet übersetzt so viel wie „gutes Jahr“ und deutet auf eine erfolgreiche Ernte nach einer längeren Dürreperiode in der Region hin. Die Heiligenfigur der Madonna wird am Altar in der prachtvollen gotischen Kirche als Regenmacherin verehrt. Die genaue Geschichte ist am Eingang des Klosters in einer Keramiktafel verewigt. Neben dem kunstvollen, bunten Rosettenglasfenster, das dem Kircheninnenraum ein besonderes Ambiente verleiht, ist vor allem die Grottenkrippe links vom Eingang sehenswert. Rechts und links der Grottenkrippe wurden Bullaugen angebracht, durch die man versteckte Bilder entdecken kann. Das Auffinden der Madonna mit Kind wird in einem schönen Mosaik dargestellt. Von der einstigen barocken Ausstattung ist nur noch das prächtige barocke Kirchenportal übriggeblieben. An Wochentagen ist man hier oft alleine und kann den Ort intensiv auf sich wirken lassen.