Der imposante Flucht- und Wehrturm Torre de Canyamel

Fährt man von Palma auf der MA-15 Richtung Nordosten bis nach Artà und biegt dann auf die MA-4042 zum kleinen Küstenort Canyamel ab, kommt man direkt am mittelalterlichen Flucht- und Wehrturm Torre de Canyamel vorbei. Der Name des im 13. Jahrhunderts erbauten Turms heißt übersetzt „Zuckerrohrturm“, wie das ganze fruchtbare Tal zwischen den Hügeln des Puig Negre und der Serra de Son Jordi als Valle de Canyamel, also als „Zuckerrohrtal“, bezeichnet wird. Ursprünglich hieß er jedoch Torre de Montso nach der Familie, die ihn errichtet hatte. Wurde der aus Lehm, Steinen und Mörtel erbaute Torre de Canyamel einst von der katalanischen Adelsfamilie zur Abwehr der Piraten genutzt und nach der Piratengefahr zu einem Wohnhaus umgebaut, ist heute im dreistöckigen, 23 Meter hohen Turm ein Museum untergebracht. Die Wirtschaftsgebäude rund um den Turm sind erst im 15. Jahrhundert entstanden, als in der Region vermehrt Zuckerrohr angebaut wurde und man für die Ernte eine Lagerstätte benötigte. In diese Zeit fällt auch die Namensänderung von Torre de Montso in Torre de Canyamel – canya de miel heißt nicht anderes als „Rohr aus Honig“.

Was kann man im Torre de Canyamel alles sehen?

Im Erdgeschoss des ehemaligen Wehrturms ist heute ein überschaubares Museum beheimatet, wo landwirtschaftliche Geräte verschiedener Epochen ausgestellt sind. Sie geben einen guten Einblick in vergangene Zeiten, als es noch keine technischen Hilfsmittel gegeben hat. Ein Besuch ist deshalb so interessant, weil die Menschen heute kaum mehr eine Vorstellung davon haben, unter welch schwierigen Bedingungen unsere Vorfahren arbeiten mussten. Webstühle, historische Waffen, Schwerter und Messer zählen ebenfalls zu den Ausstellungsstücken. Auf der Dachterrasse hat man einen traumhaften Ausblick. In einem Wirtschaftsgebäude ist ein Bauernladen untergebracht, wo man Produkte aus der Region, darunter Öle, Weine und Schnäpse erwerben kann. In der einstigen Ölmühle gibt es heute ein hervorragendes Restaurant namens Porxada de sa Torre. Ein Sitzplatz im rustikalen Ambiente ist begehrt, deshalb sollte man in der Sommersaison einen Tisch reservieren. Sowohl der Turm als auch das Restaurant sind in der Sommersaison jeden Montag geschlossen. Im Winter hat das Restaurant zusätzlich jeden Sonntag einen Ruhetag.