Das Castell d´Alaró

Das spanische Kulturdenkmal Castell d´Alaró, dessen Ursprünge bis ins 10. Jahrhundert zurückreichen, ist eine der Königsburgen Mallorcas, die in den letzten Jahren liebevoll restauriert und für Besucher zugänglich gemacht wurde. Es ist allerdings eine der am schwersten zu erreichenden Sehenswürdigkeiten der Mittelmeer-Insel, denn die Festung liegt auf dem 825 Meter hohen Puig d´Alaró, galt deshalb lange Zeit als uneinnehmbar und ist nicht ganz mit dem Auto zu erreichen.

Vom Ort Alaró im Nordwesten der Insel, zwischen Sóller und Inca, gelangt man mit dem Auto bis zur Finca Es Verda, wo es ein Restaurant gibt, das mallorquinische Spezialitäten führt. Von hier wird die Straße immer desolater, deshalb sollte man den einstündigen Fußmarsch wagen – es wird zwar einiges vom Besucher abverlangt, aber es lohnt sich. Vom Castell d´Alaró hat man einen wunderschönen Rundumblick über die Ebene Llanura del Centr, während sich im Norden die Gipfel des Traumanta-Gebirges aufbauen.

Zu besichtigen gibt es die Reste der Festungsmauer mit ihren fünf Türmen, darunter der Torre de l’Homenatge (Eingangstor) und der Torre de la Cova (südlicher Hauptturm). Letzterer wurde, wie auf vielen Burgen, gerne als Gefängnis genutzt. Unterhalb des Burgtores befindet sich eine Tropfsteinhöhle, die dem heiligen Antonius geweiht ist. Zwei weiteren Märtyrern wird in der Kapelle Nostra Senyora del Refugi gedacht, die im 17. Jahrhundert oberhalb der Burganlage erbaut und von Eremiten bewohnt wurde. Die Christen Cabrit und Bassa sollen das Castell gegen die Truppen des feindlichen Königs von Aragon verteidigt haben, wurden aber letztendlich von diesem grausam hingerichtet. Ihre Gebeine liegen heute in der genannten Kapelle.

Neben der Kapelle gibt es das Gasthaus Refugi del Castell d’Alaró, wo müde Wanderer nicht nur mit Essen und Trinken verpflegt werden, sondern auch eine Übernachtung buchen können. Eine Nacht auf einer Burganlage zu übernachten ist auf jeden Fall ein besonderes Urlaubserlebnis. Allerdings sollte man zwei Monate im Voraus reservieren, denn die Anfragen werden streng nach Eingangsdatum bearbeitet.

Zwei Mal im Jahr werden Wallfahrten zur Burg und zur Kapelle unternommen: Am Sonntag des Engels (Sonntag nach Ostern) sowie am 8. September, dem Tag der Geburt der Jungfrau Maria.